Krill Öl (vs. Fischöl) + 7 starke Vorteile

Krill Öl ist eine hervorragende Quelle für die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Es kann die Blutfettwerte verbessern, bei Diabetes helfen, Augen und Gelenke schützen. Krill bietet ähnliche Vorzüge wie Fischöl, hat darüber hinaus aber weitere Vorteile. Jedoch gibt es auch einige wichtige Einschränkungen zu beachten. Lesen Sie weiter, um mehr über die Vorteile, das Sicherheitsprofil und die optimale Dosierung von Krillöl zu erfahren.

Was ist Krillöl?

Krillöl wird aus dem antarktischen Krill (Euphausia superba), einem kleinen, garnelenähnlichen Schalentier, durch Extraktion gewonnen [1].

Krill kann zu Öl-, Pulver- und Proteinkonzentrat verarbeitet werden. Krillöl ist eine nachhaltige Quelle für Omega-3-Fettsäuren; es ist reich an Eiweiß und arm an gesättigten Fetten [1, 2].

Menschen nutzen es für hohe Blutfette, Herzgesundheit, kognitive und mentale Verbesserung, Immunität und mehr. Ergebnisse aus Tierversuchen liefern wertvolle Informationen über dieses Nahrungsergänzungsmittel, allerdings ist die klinische Evidenz begrenzt [1].

Bestandteile

Fettsäuren

Der Fettgehalt von Krill Öl reicht von 12 bis 50 % seines Gesamtgewichts. Im Frühjahr ist der Fettgehalt des Krills aufgrund des Nahrungsmangels geringer als im Sommer und Herbst, wenn es reichlich Nahrung gibt, höher [2].

Der Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (hauptsächlich  EPA und DHA) im ganzen Krill beträgt 19 % seines Gesamtfetts [2].

Die Phospholipide (Fette mit einer Phosphatgruppe) im Krillöl schützen die Membranen vor freien Radikalen und verhindern Zellschäden [3].

Weitere Fettsäuren im Krillöl sind [4]:

  • Myristinsäure
  • Palmitinsäure
  • Stearinsäure
  • Behensäure

Vitamine und Antioxidantien

Krillöl enthält auch Vitamin A, Vitamin E, Vitamin B9 (Folat) und Vitamin B12 [2].

Krill Öl enthält auch Cholin, das Fette transportiert und Homocystein reduziert [1].

Zusätzlich enthält Krillöl Astaxanthin, ein fettlösliches Pigment und starkes Antioxidans. Allerdings kann der Astaxanthin-Gehalt in Krillöl zu niedrig sein, um gesundheitliche Vorteile zu bieten [2].

Wirkungsmechanismen von Krill Öl

Das Endocannabinoid-System

Endocannabinoide stimulieren das Immunsystem und spielen eine Rolle bei Motivation, Stimmung und Gedächtnis. Probleme mit dem Endocannabinoid-System können Herz-, Gewichts- und Blutzuckerprobleme, Angstzustände, Depressionen, Lernprobleme und Gedächtnisverlust verursachen [1].

Die Einnahme von Omega-3 stellt die normale Funktion des Endocannabinoid-Systems wieder her [1].

Bei Ratten reduziert Krill Öl hohe Endocannabinoid-Spiegel, Endocannabinoid-Rezeptor-Aktivität und Fettansammlung [1].

Obwohl eine reduzierte Endocannabinoid-Aktivität im Gehirn schädlich sein kann, verursacht Krillöl keine negativen kognitiven Auswirkungen [1].

Entzündungsfördernde Zytokine

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA, senken die entzündungsfördernden Zytokine IL-1β und TNF-α, wodurch Krill Öl entzündungshemmend wirkt [5].

Gesundheitliche Vorteile

Möglicherweise Wirksam

1

Blutfettwerte

In einer Meta-Analyse von 7 Studien und 662 Teilnehmern reduzierte eine Krillöl-Supplementierung (1-3 g täglich) signifikant das LDL-Cholesterin (-15,52 mg/dL) und erhöhte das HDL-Cholesterin (+6,65 mg/dL); sie reduzierte auch die Triglyceride (-14,03 mg/dL). Die Effekte auf das Gesamtcholesterin waren unbedeutend [6].

Krillöl senkte den Cholesterinspiegel bei gesunden Ratten, bei Ratten mit hohem Fettgehalt im Blut und bei Ratten, die mit einer cholesterinreichen Diät gefüttert wurden [1, 7].

Im Vergleich zu Fischöl ist der Grad der klinischen Evidenz noch unzureichend für eindeutige Schlussfolgerungen.

2

Arthritis

In einer Studie mit 90 Patienten mit Herzerkrankungen und/oder Arthritis reduzierte die tägliche Einnahme von Krillöl Gelenkschmerzen (38 %), -steifheit (39 %) und die funktionelle Beeinträchtigung (36 %) [3].

In einer weiteren Studie mit 50 Patienten, konnte Krill Öl leichte Knieschmerzen mindern und den Bewegungsumfang steigern [8].

Omega-3-Fettsäuren aus Krillöl verringerten in einem Tierversuch an Mäusen, den Gehalt an entzündungsfördernden Zytokinen und halfen, Arthritis zu verhindern [9]. Ein anderer Versuch an Mäusen reduzierte es die Symptome und die Entwicklung von Arthritis, senkte aber nicht die entzündungsfördernden Zytokine [9].

3

Diabetes

Im Rahmen einer Studie mit 120 Patienten mit hohen Blutfettwerten, verbesserte Krill Öl (1-3 g) täglich eingenommen, signifikant das Lipidprofil und senkte den Blutzucker [10].

Bei 48 Probanden mit Typ-2-Diabetes, reduzierte Krillöl nach einer vierwöchigen Einnahme, die Insulinresistenz [11]. Es senkte den Blutzuckerspiegel und verbesserte die Glukosetoleranz und Insulinsensitivität in verschiedenen Tierstudien [12, 13].

4

Sicca Syndrom (Keratoconjunctivitis Sicca)

Eine verringerte Omega-3-Aufnahme wurde in einer Studie mit 32.000 Frauen mit der Erkrankung des trockenen Auges (Augenschmerzen und Sehkraftverlust) assoziiert [14].

Laut einer Studie mit 54 Teilnehmern, konnte Krillöl die Symptome des trockenen Auges, Entzündungen und Augenrötungen mindern. Weitere Forschung ist gerechtfertigt [14].

Unzureichende Evidenz:

Es gibt keine endgültigen klinischen Beweise, die den Einsatz von Krillöl für eine der in dem nächsten Abschnitt genannten Erkrankungen stützen. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung aktueller Tierversuche, zellbasierter Forschung oder klinischer Studien von geringerer Qualität, die zu weiteren Untersuchungen anregen sollen. Sie sollten jedoch nicht als alleiniger Beweis für einen gesundheitlichen Nutzen interpretiert werden.

5

Entzündungen

In einer Studie mit 90 Patienten mit Herzerkrankungen und Arthritis, reduzierte Krillöl das C-reaktive Protein, einen wichtigen Entzündungsmarker [3].

Krill Öl reduzierte TNF-α (Entzündungsmarker) bei Mäusen, die mit einer fettreichen Diät gefüttert wurden [15, 1].

Bei Ratten mit Colitis, reduzierte Krillöl oxidative Schäden und Dickdarmentzündungen [16].

Astaxanthin in Krill Öl blockiert die Produktion von Stickstoffmonoxid und TNF-alpha. Allerdings ist der Astaxanthin-Gehalt in Krillöl möglicherweise zu gering, um gesundheitliche Vorteile zu bieten [1, 3, 2].

6

Kognitive Fähigkeiten

Omega-3-Fettsäuren aus Krillöl tragen zum Schutz des Gehirns bei. DHA ist essentiell für die Gehirnentwicklung, während EPA das Verhalten und die Stimmung positive beeinträchtigt [17].

Phospholipide aus Krill Öl haben antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie reduzieren oxidative Schäden im Gehirn und helfen, kognitiven Verfall und geistige Störungen zu verhindern [17, 18].

Im Rahmen einer Studie mit 45 älteren Männern verbesserte Krillöl die Funktion von Gehirnbereichen, die Berechnungen und Aufgaben des Arbeitsgedächtnisses durchführen. Die Autoren betonten den höheren Phospholipidgehalt als einen möglichen Vorteil von Krill gegenüber Fischöl. Die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse ist jedoch nicht vollständig geklärt [19].

7

PMS

In einer Studie mit 70 jungen Frauen konnte Krillöl die Schmerzen signifikant reduzieren und die emotionalen Symptome von PMS, wie Stress, Depression und Reizbarkeit verbessern [20].

Weitere Studien sind notwendig, um die positiven Effekte von Krillöl auf PMS-Symptome zu verifizieren.

Krillöl im Vergleich zu Fischöl

1

Bessere Aufnahme

In zwei Studien mit gesunden Freiwilligen (115 und 12 Teilnehmer) nahm die Krillöl-Gruppe mehr EPA auf als die Fischöl-Gruppe. Die DHA-Absorption war allerdings gleich [21, 22].

2

Besseres Nährstoffprofil

Das EPA und DHA in Krill Öl liegt in Form von Phospholipiden (Fette mit einer Phosphatgruppe) vor, während sie in Fischöl in Form von Triglyceriden vorliegen. Phospholipide verbessern die Omega-3-Absorption, während Triglyceride dies nicht tun [23].

Außerdem schützen die Phospholipide in Krillöl die Membranen vor freien Radikalen und verhindern Zellschäden [3].

Krill Öl enthält auch Astaxanthin, ein Pigment, das die ungesättigten Bindungen in EPA und DHA vor oxidativen Schäden schützt [2, 24].

3

Sonstiges

Es gibt viele, denen Fischölkapseln zu groß und damit unangenehm zu schlucken sind. Krillölkapseln sind kleiner und besser geeignet für Menschen mit Schluckbeschwerden [25].

Darüber hinaus bestehen Bedenken bezüglich des Quecksilbergehalts in Fischöl. Krill Öl ist im Allgemeinen sauberer und weniger belastet als Fischöl, aber das hängt stark von der Quelle und dem Produkthersteller ab [26, 27].

Nachteile

Krillöl ist teurer als Fischöl, da es sofort verarbeitet werden muss, um ein Verderben zu verhindern [25].

Angesichts dieses Risikos des Verderbens und des Fehlens strenger Sicherheitskontrollen, ist die Qualität von Krill Öl unter Umständen nicht so gut wie die von verschreibungspflichtigem Fischöl [25].

Außerdem ist Krillöl relativ neu auf dem Markt. Es gibt wenige klinische Beweise, die die gesundheitlichen Vorteile belegen und ein weniger bekanntes Sicherheitsprofil. Die American Heart Association erkennt Krill Öl noch nicht als Omega-3-Präparat an [25, 24].

Nebenwirkungen & Vorsichtsmaßnahmen

Krillöl ist möglicherweise sicher in Dosen bis zu 4 Gramm, wenn es nicht länger als 3 Monate verabreicht wird. Häufige Nebenwirkungen sind mild und umfassen [28, 29]:

  • Kopfschmerzen
  • Schlechter/fischiger Atem
  • Diarrhöe
  • Blähungen
  • Magenkrämpfe
  • Verstopfung

Vorsichtsmaßnahmen

Bei Menschen die allergisch auf Krustentiere und Schalentiere (Garnelen/Krabben) reagieren, können unerwünschte Reaktionen auftreten [6]. Durch die Lagerung können Krillschalen den Fluoridgehalt erhöhen; die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind noch nicht klar [30].

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln

Wechselwirkungen zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten können gefährlich und in seltenen Fällen sogar lebensbedrohlich sein. Konsultieren Sie vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer Ihren Arzt und informieren Sie ihn über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen oder in Erwägung ziehen.

Krillöl kann die Wirksamkeit von Blutverdünnern verstärken und somit theoretisch das Risiko von Blutungen erhöhen [6, 31].

Interaktion mit Genen

Bei Tierversuchen an Mäusen führte Krill Öl zu einer Verringerung der Genen, die für die Glukoseproduktion in der Leber verantwortlich sind (SLC2A2 und PCK1). Es senkte jedoch nicht den Blutzuckerspiegel [32].

Krillöl beeinflusst auch Gene, die an der Körperfettproduktion beteiligt sind [33].

Es erhöht:

  • SIRT3 [32]

Es verringert:

  • SLC2A2
  • PPARGC1A
  • PPARGC1B
  • PCK1
  • HNF4A
  • SREBF1
  • SREBF2
  • MLXIPL
  • ACADS
  • ACADM
  • ACADL
  • ACADVL [32]

Nahrungsquellen und Supplementierung

ZusammensetzungKO (g/100g Öl)KP (g/100g Puder oder Extrahiertes Fett)KP (g/100g KPK oder Extrahiertes Fett)
Protein3878
Gesamt Lipide89518
Triglyceride3445*
Gesamt PL4343*
PC3540*
Gesamt Omega-32520*27*
EPA1310*12*
DHA75*13*
Gesamt Omega-622*4*
Gesättigte FS2325*37*
Gesamt Ung. FS1520*21*
Krill Öl (KO), Krill Puder (KP), Krill Puder Konzentrat (KPC) – * Werte angegeben als g/100g extrahiertes Fett

Dosierung

Die unten aufgeführten Dosierungen treffen unter Umständen nicht auf Sie persönlich zu. Wenn Ihr Arzt die Einnahme von Krillöl vorschlägt, arbeiten Sie mit ihm zusammen, um die optimale Dosierung gemäß Ihrem Gesundheitszustand und anderer individueller Faktoren zu finden.

Derzeit gibt es keine empfohlene Dosis für Krill Öl. Sichere und wirksame Dosen in klinischen Studien reichten von 1-3 g täglich [3, 6].

Die American Heart Association empfiehlt die Einnahme von 250 bis 500 mg EPA + DHA am Tag. Der Anteil der Fettsäuren in Krillöl hängt von der Art und Marke ab, liegt aber in der Regel zwischen 180 und 250 mg EPA und DHA (kombiniert) pro Kapsel [24, 1].

Nutzererfahrungen

Nutzer berichten von positiven Ergebnissen mit Krillöl bei hormonellen Problemen, Gelenkschmerzen, PMS, Gewichtsverlust, Herzgesundheit und mehr. Einige behaupten, es sei effektiver als Fischöl und verursache keine Blähungen oder Aufstoßen mit fischigem Geschmack.

Auf der anderen Seite beschweren sich einige Leute über diese Nebenwirkungen, genau wie beim Fischöl und können keinen Unterschied in der Wirkung zwischen Krill- und Fischöl feststellen.

Als ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter einer großen deutschen Universität und mit Promotion zum Dr. rer. Nat in molekularer Biologie schreibe ich fundiert argumentierte Texte zu wissenschaftlichen Themen. Mein Schwerpunkt hierbei ist das Thema Supplements. Im Internet gibt es hierzu viele unsinnige Informationen. Oft steht der Verkauf im Vordergrund und nicht die Aufklärung über Wirkung, Dosierung und richtige Anwendung des vorgestellten Nahrungsergänzungsmittels. Oder die Möglichkeiten werden nur zurückhaltend beschrieben. Mein Ziel ist es, gründlich recherchierte Fakten anzubieten, die dennoch verständlich bleiben. Meine Profile: ORCID & LinkedIn

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