Ginkgo Biloba + seine 15 Vorteile und Nebenwirkungen

Ginkgo Biloba gehört zu den ältesten Baumarten der Welt. Extrakte dieser Pflanze können positive Auswirkungen auf die Kognition, das Gedächtnis, den Blutfluss, die Stimmung und den oxidativen Stress haben. Lesen Sie weiter, um mehr über die anderen potenziellen gesundheitlichen Vorteile des Ginkgo biloba zu erfahren.

Was ist Ginkgo Biloba?

Der Ginkgo biloba, auch bekannt als Ginkgo oder Jungfernhaarbaum, ist die einzige lebende Vertreter der Klasse Ginkgophyta, von der alle anderen Mitglieder ausgestorben sind. Aus diesem Grund wird er als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Sein Ursprung ist in China beheimatet und wird seit Tausenden von Jahren in der traditionellen Medizin verwendet und gelegentlich gekocht gegessen [1].

Der Ginkgoblätterextrakt wird seit jeher sowohl zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden und Erkrankungen eingesetzt, darunter Asthma, Bronchitis und Müdigkeit, als auch im Bereich der Kosmetik für Hautprodukte verwendet [1].

EGb 761 ist ein standardisierter Extrakt aus Ginkgoblättern mit antioxidativen Eigenschaften als Radikalfänger. Er wurde vom Konzern Dr. Willmar Schwabe Pharmaceuticals entwickelt und ist seit Anfang der 1990er Jahre in Europa als pflanzlicher Extrakt erhältlich [2].

In Norwegen sind Produkte aus Ginkgoblätterextrakt von der norwegischen Arzneimittelbehörde zur Verbesserung der Durchblutung zugelassen [3].

Überblick

Befürworter

  • gute Eignung als Antioxidans
  • Verbesserung der kognitiven Funktionen und Reduktion des kognitiven Verfalls
  • Verbesserung des Blutflusses und Vorbeugung bei Blutgerinnseln
  • Hilfe bei Angstzuständen, Depressionen und Schizophrenie
  • Hilfe bei Augen- und Hörproblemen
  • Verbesserung des Hautbilds
  • Hilfe bei Diabetes und den auftretenden Komplikationen

Skeptiker

  • unzureichende Beweise für mehrere Vorteile
  • Möglichkeit von Blutungen
  • potenzielle Interaktion mit gerinnungs- und blutgerinnungshemmenden Medikamenten
  • Unsicherheit bei Schwangerschaft und für stillende Frauen
  • toxische Substanzen in den Nüssen und Samen

Gesundheitliche Vorteile

Potenzielle Wirksamkeit für:

1

Gehirnfunktion

Gesunde Menschen

In vier Studien mit über 200 gesunden jungen Freiwilligen verbesserte der Ginkgoextrakt zwar die anhaltende Konzentration, aber nicht die Geschwindigkeit der Aufmerksamkeit. Ebenso konnte festgestellt werden, dass es eine Verbesserung in der Mustererkennung und in der Leistung bei Subtraktionsaufgaben gab. Allerdings war nur die akute Verabreichung von EGb 761 wirksam, was darauf hindeutet, dass die Teilnehmer eine Toleranz entwickelten [4567].

Des Weiteren verbesserte der Ginkgoextrakt (EGb 761) das Gedächtnis und die exekutive Funktion in fünf klinischen Studien an über 500 gesunden Probanden mittleren Alters [89101112].

In drei Untersuchungsreihen mit mehr als 300 kognitiv intakten älteren Menschen erhöhte der Ginkgoextrakt die verzögerte freie Erinnerung, das Erkennungsgedächtnis, die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung und die allgemeine kognitive Funktion [131415].

In zwei weiteren Studien mit über 200 älteren Menschen ohne kognitive Beeinträchtigung hatte der Ginkgoextrakt jedoch keinen Effekt auf Lernen, Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Redegewandtheit [1617].

Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung

In drei klinischen Untersuchungssequenzen mit mehr als 100 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung verbesserte der Ginkgoextrakt die kognitive Flexibilität, die Reaktionshemmung, die Dual-Task-Gangarten und die allgemeine kognitive Leistung [181920].

Bei 820 Personen mit Alzheimer oder anderen Arten von Demenz (z. B. vaskuläre Demenz) konnte EGb 761 eine Steigerung der kognitiven Funktion, der neuropsychiatrischen Symptome und der funktionellen Fähigkeiten herbeiführen [21222324]

In zwei Studien an über 400 älteren Menschen mit Demenz und altersassoziierten Gedächtnisstörungen war der Extrakt jedoch unwirksam [2526].

Eine Meta-Analyse von 13 Studien mit mehr als 2.300 Personen kam zu dem Schluss, dass eine tägliche Dosis von 240 mg Ginkgoextrakt sicher und wirksam bei der Behandlung der Demenz sei [27].

In jedem Fall scheint der Ginkgoextrakt unwirksam zu sein, um Alzheimer oder Demenz vorzubeugen, basierend auf den Ergebnissen dreier Studien an über 6.000 Personen [282930].

Bei Ratten und Mäusen verbesserte der Ginkgoextrakt die kognitiven Beeinträchtigungen, die durch Alterung, reduzierte Sauerstoffversorgung des Gehirns, wiederholte Stimulation von Glutamatrezeptoren und Fluorid- und Aluminiumvergiftung verursacht werden [31323334].

Außerdem reduzierte der Extrakt EGb 761 die Schädigung der Dopamin-Gehirnzellen im Mittelhirn bei Versuchstieren mit der Parkinson-Krankheit [35].

Zusammengenommen deuten die Beweise darauf hin, dass der Ginkgoblätterextrakt helfen kann, die kognitive Funktion bei gesunden Menschen zu verbessern und die Symptome der kognitiven Beeinträchtigung bei Menschen mit Erkrankungen wie Alzheimer oder anderen Arten der Demenz zu reduzieren.

Sie sollten mit Ihrem Arzt besprechen, ob Sie selbst dieses Ergänzungsmittel zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten verwenden oder es ebenso Ihren Angehörigen mit kognitiven Beeinträchtigungen geben können.

2

Blutzirkulation

In einer Mini-Studie an 16 gesunden Probanden erhöhte der Ginkgoextrakt die Durchblutung im Unterarm, ohne die Gesamtblutdruckwerte zu verändern. In einer anderen Studie mit 70 gesunden Freiwilligen verhinderte der Extrakt EGb 761 den Anstieg des Blutdrucks, der durch Stress verursacht wurde [3637].

Der Ginkgoextrakt verbesserte auch die Mikrozirkulation in der Haut und der Leber in einer Klinikstudie mit 32 älteren Personen [38].

Bei 80 Personen mit koronarer Herzkrankheit (medizinische Untersuchungsreihe) steigerte der Ginkgoextrakt den koronaren Blutfluss. Ähnlich wirksam war der Extrakt in einer anderen Studie an 60 gesunden älteren Menschen [3940].

Eine ganz ähnliche Wirkung zeigte der EGb 761 in einer medizinischen Studie mit 60 Personen, die aufgrund einer Operation schlecht durchblutet waren. Die Durchblutung des Gehirns wurde verstärkt und somit das Risiko eines Schlaganfalls verringert [41].

Dass der Ginkgoextrakt ebenso den Blutfluss in den Augen erweiterte, konnte in drei klinischen Studien mit 86 Personen nachgewiesen werden. Das deutet darauf hin, dass bei Erkrankungen wie z. B. einem Glaukom der Extrakt helfen könnte [424344].

Mehr als 100 Patienten, die an peripherer arterieller Insuffizienz litten, konnte Ginkgo biloba zweier Studien zufolge helfen, die Durchblutung und die Gehstrecke zu verbessern. Im Gegensatz dazu steht das Ergebnis einer anderen klinischen Analyse, dass der Ginkgoextrakt keine Wirkung bei 22 Personen mit dieser Erkrankung zeigte [454647].

In einer klinischen Studie an 24 Personen mit verstopften Arterien minimierte der Ginkgotinktur zusammen mit einer parenteralen Therapie die kollageninduzierte Blutgerinnung [48].

In einer differenten Studie an 66 chronisch erkrankten Peritonealdialysepatienten kehrte Ginkgo biloba das Blutgerinnungsprofil um, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen und verhinderte das Verklumpen von Thrombozyten sowohl in thrombozytenreichem Blut als auch im Vollblut [49, 50].

Der Extrakt EGb 761 hatte jedoch keinen Effekt auf die Blutgerinnung in zwei Klinikstudien an 82 gesunden Personen [5152].

Alles in allem deutet die Evidenz darauf hin, dass der Ginkgoextrakt den Blutfluss verbessern und die Blutgerinnung reduzieren kann.

Sie können es als Zusatz zu Ihrem Behandlungsumfang verwenden, wenn Ihr Arzt feststellt, dass es in Ihrem Fall hilfreich sein könnte. Wichtig ist, dass Sie den Ginkgoextrakt niemals anstelle der Medikation einnehmen, die Ihr Arzt empfiehlt oder verschrieben hat.

3

Schizophrenie

In einer klinischen Studie an über 150 schizophrenen Patienten reduzierte die antioxidative Wirkung des Ginkgoextrakts EGb 761 die unwillkürlichen Bewegungen (tardive Dyskinesie). Eine Studie an fast 1.500 Personen brachte einen genetischen Polymorphismus des BDNF mit einer sichtbaren Besserung dieses Symptoms in Verbindung [5354].

Ebenfalls durch seine antioxidative Aktivität verstärkte der Ginkgoextrakt die Wirksamkeit von antipsychotischen Medikamenten wie Haloperidol, Olanzapin und Clozapin in fünf klinischen Studien an fast 300 Personen [5556575859].

Eine Meta-Analyse acht weiterer Klinikstudien mit mehr als 1.000 Patienten kam zu dem Schluss, dass der Ginkgoextrakt die Symptome der Schizophrenie verbessern kann, insbesondere als Zusatz zur konventionellen Therapie [60].

Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Ginkgoextrakt bei schizophrenen Symptomen, wie z. B. unwillkürliche Bewegungen und Psychosen, helfen kann, besonders wenn er in Kombination mit konventionellen Medikamenten eingenommen wird.

Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob die Einnahme in Ihrem Fall hilfreich sein könnte, und befolgen Sie seine Empfehlungen immer sorgfältig.

4

Angstzustände und Depressionen

Ein standardisierter Extrakt aus Ginkgo biloba (EGb 761) reduzierte in einer medizinischen Studie an 70 jungen, gesunden Probanden das Speichelcortisol und die Blutdruckreaktion auf Stress [61].

EGb 761 war auch wirksam bei der Behandlung von älteren Patienten mit Angstzuständen in einer klinischen Untersuchung an 170 Personen [62].

Ebenso reduzierte EGb 761 Angst, Reizbarkeit und Depression lt. zweier klinischer Untersuchungsreihen an 560 Personen mit kognitiver Beeinträchtigung (Demenz und leichte kognitive Beeinträchtigung) [6364].

Zusätzlich konnte nachgewiesen werden, dass der Ginkgoextrakt ebenso die Angst, die durch Klingeln oder Summen in den Ohren (Tinnitus) verursacht wird, verringern konnte (zwei Klinikstudien mit über 200 Patienten) [6566].

Bei Ratten zeigten mehrere aus Ginkgo biloba isolierte Verbindungen, wie z. B. Ginkgolsäurekonjugate und Ginkgolide-A, eine Anti-Angst-Aktivität [6768].

Der Ginkgoextrakt (LI 1370) stimulierte lt. einer umfangreichen Studie an über 1.500 älteren Freiwilligen die Stimmung und die selbst eingeschätzte Aufgabenleistung. EGb 761 wiederum kombiniert mit einem Antidepressivum (Citalopram) verbesserte die Gefühlslage und verhinderte Hirnschäden besser als das Medikament allein in einer anderen Studie an 136 älteren Menschen mit Depressionen [6970].

Ein anderer Extrakt (PN246) des Ginkgo biloba konnte jedoch in einer klinischen Studie an 27 Personen, die zu dieser Erkrankung neigen, keine Winterdepression verhindern [71].

Jedoch veränderte der Ginkgoextrakt gemäß einer klinischen Studie an 60 Testpersonen mit einer schlechten Durchblutung des Gehirns (zerebrale Insuffizienz) die depressive Stimmung positiv [72].

Insgesamt beurteilt deuten alle Beweise darauf hin, dass Ginkgo biloba bei einigen Arten von Angstzuständen und depressiven Störungen helfen kann. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob es empfehlenswert ist, Ginkgo in Ihren Behandlungsplan aufzunehmen.

5

Antioxidans

Ginkgo biloba enthält über 60 aktive Verbindungen und die wichtigsten sind antioxidative Flavonoide, wie z. B. Quercetin und Kaempferol. Diese Substanzen können im Urin nach der Einnahme des Ginkgoextrakts nachgewiesen werden [7374].

In einer Mini-Studie an 18 jungen, körperlich aktiven Männern verbesserte die Nahrungsergänzung mit einem kommerziellen Ginkgoextrakt (Ginkoflav) über einen Zeitraum von sechs Wochen den antioxidativen Status nach anstrengender körperlicher Belastung [75].

Der Ginkgoextrakt EGb 761, der vor einer Bypass-Operation am Herzen eingenommen wurde, verringerte den oxidativen Schaden während des Eingriffs und veränderte ganz leicht zum Positiven hin das klinische Ergebnis bei einer Studie mit 15 Patienten [76].

Ein anderer Ginkgoextrakt stärkte die Fähigkeit, freie Radikale zu fangen und den kapillaren Blutfluss. Dies wurde in einer Studie mit 32 älteren Menschen festgestellt. In ähnlicher Weise reduzierte ein antioxidatives Nahrungsergänzungsmittel mit Ginkgo biloba in einer klinischen Studie an 45 Personen mit Glaukom die oxidative Schädigung der Blutgefäße, was zu einem verbesserten Blutfluss in den Netzhäuten führte [7744].

Vier klinische Untersuchungsreihen mit mehr als 200 schizophrenen Patienten zeigten bei Zugabe des Ginkgoextrakts zu den individuellen, antipsychotischen Medikationen eine verbesserte Wirksamkeit der Behandlung und eine erhöhte Aktivität von mehreren antioxidativen Enzymen (Katalase, Superoxid-Dismutase und Glutathion-Peroxidase) [55565758].

Bei Ratten verbesserte der Extrakt EGb 761 die Wirksamkeit der antioxidativen Enzyme und setzte die oxidative Schädigung des Gehirns und der Netzhaut herunter [787980]

Dieser Extrakt verhinderte auch durch Wasserstoffperoxid induzierte, zelluläre Schäden der roten Blutkörperchen, die einen Mangel an G6PD (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase) aufwiesen, was mit ähnlichen Ergebnissen bzgl. Vitamin E vergleichbar ist [81].

Alles in allem zeigt diese Bilanz, dass der Ginkgoextrakt viele antioxidative Verbindungen enthält, die in mehreren Fällen oxidative Schäden zurückdrängen können.

Sie können dieses Ergänzungsmittel zur Verringerung oxidativer Schäden einnehmen, wenn Ihr Arzt feststellt, dass es als ergänzender Ansatz hilfreich ist.

6

Augengesundheit

In einer klinischen Studie an 11 gesunden, freiwilligen Probanden hat die wiederholte Einnahme des Ginkgoextrakts den Blutfluss in den Augen erhöht. Dies könnte eine Möglichkeit sein, ein Glaukom einzudämmen, indem die Gabe von EGb 761 die Blutzufuhr zu den Nerven erhöht [8283].

Tatsächlich verbesserte der Ginkgoextrakt in drei Studien an 102 Testpersonen mit Glaukom die Sehkraft und den Blutfluss. In einer anderen Studie an 35 Personen mit derselben Erkrankung war das Experiment mit der Verabreichung von EGb 761 jedoch unwirksam[84434485].

Wiederum ließ sich bei Ratten mit chronischem Glaukom nachweisen, dass der Ginkgoextrakt die Augennerven vor dem Zelltod schützte [86].

Dieser Extrakt wurde ebenso bei altersbedingter Blindheit (trockene Makuladegeneration) in einer klinischen Studie an fast 100 Personen erfolgreich getestet und als effektiv eingestuft [87].

In einer kleinen Studie an 15 diabetischen Kindern und Jugendlichen bewahrte EGb 761 das Farbensehen und half, Augennervenschäden (diabetische Retinopathie) zu verhindern [88].

Mit alternativer Nutzung als Ginkgo biloba-Augentropfen wurden die Symptome der saisonalen allergischen Konjunktivitis in einer klinischen Studie an 60 Testpersonen positiv beeinflusst [89].

Obwohl die Evidenz etwas begrenzt ist, deutet sie darauf hin, dass der Ginkgoextrakt bei verschiedenen Augenkrankheiten helfen kann, insbesondere beim Glaukom. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob der Extrakt helfen kann, wenn er zu Ihren Medikamenten hinzugefügt wird und nehmen Sie diese Ergänzung niemals anstelle dessen, was Ihr Arzt empfiehlt oder verschreibt.

7

Erscheinungsbild der Haut

Ein pflanzliches Antifalten-Kosmetikum, das aus Ginkgo biloba, Rooibos und Sojabohnen hergestellt wurde, erhöhte die Hautfeuchtigkeit und Glätte und reduzierte gleichzeitig Rauheit und Falten, was eine klinische Studie an 20 Frauen belegt [90].

In ähnlicher Weise hatte eine antioxidative, kosmetische Kombination aus Ginkgoextrakt, Porphyra und den Vitaminen A, C und E, die 90 Tage lang angewendet wurde, in einem klinischen Experiment an 45 Freiwilligen einen positiven Einfluss auf die Barrierefunktion und die Befeuchtung der Haut, was zu einer Verringerung an Rauheit und Falten führte [91].

Ginkgo biloba und grüner Tee wirkten synergetisch, um die Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Barrierefunktion in einer anderen Studie mit 48 gesunden Probanden zu verbessern [92].

Zudem verstärkte der Ginkgoextrakt auch die Hautpigmentierung in zwei klinischen Studien an 64 Personen mit Vitiligo [9394].

Allerdings ist die Evidenz auch in diesem Fall begrenzt, aber alles deutet darauf hin, dass Ginkgo biloba helfen kann, das Aussehen der Haut zu verbessern, indem die Alterung verzögert und die Vitiligo beruhigt wird. Sie können diese mögliche Anwendung mit Ihrem Arzt besprechen.

8

Diabetes und diabetische Komplikationen

In einer klinischen Studie an über 100 Personen mit Typ-2-Diabetes hatte der Ginkgoextrakt auf die glykämische Kontrolle und den psychologischen Zustand einen positiven Einfluss. Der Extrakt verbesserte ebenso die Wirksamkeit des antidiabetischen Medikaments Metformin in einer anderen Studie an 60 Patienten mit dieser Krankheit  [9596].

Forscher einer Studie fanden an 12 Probanden heraus, dass der Ginkgoextrakt die Aktivität der Zellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren (Betazellen), erhöht. Diese verstärkte Insulinproduktion führte jedoch in einer anderen Studie an 18 prädiabetischen und diabetischen Personen nicht zu einer Insulinresistenz [9798].

In einer Pilotstudie an 11 Personen mit metabolischem Syndrom reduzierte der EGb 761-Extrakt die Insulinresistenz, zwei Entzündungsmarker (CRP und IL-6) und das Sterberisiko [99].

Der Extrakt könnte auch bei diabetischen Komplikationen helfen. In einer klinischen Untersuchung an 140 Personen mit Typ-2-Diabetes reduzierte die Kombination von Ginkgoblätter-Tabletten mit einem anderen pflanzlichen Heilmittel (Liuwei-Dihuang-Pillen) oxidative Schäden, was möglicherweise verstopfte Arterien und andere Blutgefäßkomplikationen verhindern kann. In ähnlicher Weise reduzierte der Ginkgoextrakt einen Marker für oxidative Schäden (MDA) in den Blutplättchen von 19 Patienten mit dieser Erkrankung [100101].

In zwei klinischen Studien an 124 Diabetikern mit Nierenschäden (diabetische Nephropathie) verbesserte Ginkgo biloba die Nieren- und Blutgefäßfunktion. Einen ganz ähnlichen Einfluss hatte der Extrakt bei Augenschäden (diabetische Retinopathie) in einer überschaubaren Studie an 15 diabetischen Kindern und Jugendlichen [10210388].

Bei diabetischen Ratten minimierte der Ginkgoextrakt den Blutzucker, die Blutfette und die oxidativen Schäden und verhinderte eine Schädigung des Herzens aufgrund einer verminderten Sauerstoffversorgung (ischämische Verletzung). Bei fettleibigen Ratten senkte er den Blutzucker und die Blutfettwerte und verbesserte die Insulinempfindlichkeit [104105106].

Diese positiven Ergebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wirksamkeit als begrenzt anzusehen ist, aber dennoch die Schlussfolgerung zulässt, dass der Ginkgoextrakt sowohl bei Diabetes als auch bei den mit der Krankheit auftretenden Komplikationen helfen kann. Sie können es als Zusatz zu Ihrer antidiabetischen Medikation einnehmen, wenn Ihr Arzt feststellt, dass es in Ihrem Fall hilfreich ist.

Unzureichende Evidenz für:

1

Hörstörungen

Der Extrakt EGb 761 verbesserte das Hörvermögen bei einem plötzlichen Hörverlust und bei einer Taubheit in drei klinischen Studien an fast 250 Personen, wobei höhere Dosen effektiver waren [107, 108109].

Die Ergebnisse der Studien, in denen der Ginkgoextrakt bei Tinnitus getestet wurde, weisen nicht in eine eindeutige Richtung. Während vier Studien mit mehr als 300 Personen eine Reduktion dieses Leidens feststellten (In einer Studie war die Wirkung vergleichbar mit der des Medikaments Pentoxifyllin.), konnte in vier Studien mit mehr als 1.000 Personen keine Wirkung nachgewiesen werden [1101116566112113114115].

Der Extrakt EGb 761 verbesserte auch das Verhalten von Ratten mit Tinnitus [116].

In Tierstudien schützte der Ginkgoblätterextrakt sogar die Ohren vor den toxischen Effekten des Antibiotikums Gentamicin und des Antikrebsmittels Cisplatin [117118].

Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, ist die Evidenz nicht ausreichend, um die Verwendung des Ginkgoextrakts bei Hörstörungen zu unterstützen. Eine weitere umfangreiche klinische Forschung ist notwendig, um diesen potenziellen Nutzen zu bestätigen und zu untermauern.

2

Fatigue

Der standardisierte Extrakt EGb 761 reduzierte Fatigue und andere Symptome der Multiplen Sklerose in einer kleinen Studie mit 22 Patienten, die an dieser Krankheit litten. Der Extrakt setzte auch die Müdigkeit in einer anderen Studie mit 66 älteren Menschen herab [119120].

Ein kombiniertes pflanzliches Präparat, das Rhodiola crenulata und Ginkgo biloba enthält, erhöhte die Ausdauerleistung in einer klinischen Studie mit 70 gesunden männlichen Freiwilligen [121].

Die akute Höhenkrankheit ist ein Zustand mit Kopfschmerzen, Schwindel und Erschöpfung aufgrund der schnellen Exposition gegenüber niedrigem Sauerstoff in großer Höhe. In zwei klinischen Studien an 62 Personen reduzierte die Einnahme des Ginkgoextrakts einen Tag vor der Besteigung hoher Berge das Auftreten und den Schweregrad der Höhenkrankheit [122, 123].

Wie auch bei anderen Experimenten sind die Ergebnisse in diesem Fall vielversprechend, aber nicht ausreichend, um mit Sicherheit zu sagen, dass der Ginkgoextrakt chronische Erschöpfungszustände verringert. Größere, klinische Langzeitstudien sind notwendig, um diese Resultate zu bestätigen.

3

Entzündungshemmend

In einer Pilotstudie an 11 Personen mit metabolischem Syndrom verbesserte der Extrakt EGb 761 die Insulinempfindlichkeit und reduzierte zwei Entzündungsmarker (CRP und IL-6) [99].

Die Kombination von Ginkgo und Cordyceps verbesserte die Mikro-Entzündung in einer klinischen Studie an 65 Personen, die sich einer Erhaltungsdialyse unterzogen [124].

Ein Inhaltsstoff des Ginkgo biloba (Bilobalid) reduzierte entzündliche Schmerzen bei Ratten [125].

Eine andere Verbindung aus Ginkgo (Ginkgolid A) reduzierte die Entzündungsreaktion von menschlichen Nabelvenen-Endothelzellen (HUVECs) auf hohe Glukosespiegel, die möglicherweise durch die Wirkung des STAT3-Signalwegs vermittelt wurden [126].

Mehrere Verbindungen, die aus der Stammrinde des Ginkgo biloba isoliert wurden, hemmten die Aktivität der TNF-alpha-induzierten NF-kB-Genproduktion in den Zellen [127].

Zwei klinische Studien und einige tier- und zellbasierte Untersuchungen können nicht als ausreichend angesehen werden, um die entzündungshemmende Aktivität des Ginkgo biloba zu belegen. Weitere klinische Forschung wären dringend notwendig.

4

Krebs

In einer Mini-Studie an 30 Personen mit Magenkrebs reduzierten Kapseln mit Ginkgo-Fruchtkohlenhydraten, oral verabreicht, die Tumorgröße. Diese Verbindungen minimierten das Tumorwachstum und stimulierten den Tod der Krebszellen in zellbasierten Experimenten [128].

In einer kleinen medizinischen Untersuchungsreihe an 30 Tschernobyl-Arbeitern reduzierte die Einnahme von EGb 761 mutagene Faktoren in der DNA. Der Ginkgoextrakt verhinderte – lt. einer anderen Studie – ebenso Mutationen an 23 Personen, die wegen Schilddrüsenkrebs mit radioaktivem Jod behandelt wurden. Eine Beobachtungsstudie an über 3.000 Personen konnte jedoch die regelmäßige Einnahme dieses Extrakts nicht mit einer verringerten Krebshäufigkeit in Verbindung bringen [129130131].

EGb 761 schützte in einer Studie mit dem Forschungsumfang von 15 Personen vor Ohrentoxizität durch das Krebsmedikament Cisplatin [132].

In zwei Pilotversuchen an fast 100 Personen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs im Spätstadium verbesserte die Zugabe des EGb 761-Extrakts zum Krebsmedikament 5-FU leicht dessen Wirksamkeit [133134].

EGb 761 schützte gegen den durch Benzopyren (BP) induzierten Vormagenkrebs und gegen die durch das Krebsmedikament Doxorubicin verursachte Herztoxizität bei Mäusen [135136].

Ginkgo biloba hatte eine krebshemmende Aktivität in Leber- und Brustkrebszellen [137138].

Obwohl einige klinische Studien krebshemmende Effekte gefunden haben, sind Umfang und Plausibilität gering und die Ergebnisse bescheiden. Groß angelegte, medizinische Studien sind unbedingt notwendig, um die potenzielle Verwendung des Ginkgo biloba in der Antikrebstherapie zu bestimmen und ggf. zu etablieren.

5

ADHS

Der Extrakt EGb 761 (80-240 mg/Tag) verbesserte die ADHS-Symptome und die Gehirnaktivität, was in drei klinischen Studien an 136 Kindern und Jugendlichen nachgewiesen werden konnte. Da es allerdings weniger wirksam als Ritalin war, wirkt Ginkgo möglicherweise besser als Zusatz zu diesem Medikament [139140141].

Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, reichen drei Mini-Studien nicht aus, um die Einnahme des Ginkgoextrakts für Kinder mit ADHS unbedingt zu empfehlen. Viel mehr klinische Studien an größeren Probandenzahlen sind notwendig, um diese vorläufigen Ergebnisse zu bestätigen.

6

Erkrankungen der Atemwege

Der Ginkgoextrakt verringerte die Infiltration von Entzündungszellen (Eosinophile und Lymphozyten) in die Atemwege und linderte die Entzündung, was in einer klinischen Studie an 75 Asthmatikern herausgefunden wurde [142].

EGb 761 reduzierte ebenfalls die Entzündung und verbesserte die Symptome der interstitiellen Lungenerkrankung, was durch eine klinische Studie an 45 Personen belegt ist [143].

Ein Extrakt, der Ginkgo biloba, Ingwer und Picrorhiza kurroa (AKL1) kombiniert, verbesserte leicht die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) in einer Studie an 20 Personen, hingegen nicht das Asthma in einer anderen Studie an 32 Patienten [144145].

Bei Tieren verbesserten aus Ginkgo gewonnene, isolierte Verbindungen durch ihre entzündungshemmende Wirkung die Atemwegserkrankungen wie Asthma und Allergien [146].

Weitere klinische Studien mit einer größeren Anzahl an Probanden wären wünschenswert und erforderlich, um das Potenzial der Anwendung des Ginkgoextrakts bei Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD zu bestätigen.

7

Prämenstruelles Syndrom

Der Ginkgoextrakt reduzierte die Schwere der PMS-Symptome in einer klinischen Studie mit 85 Frauen. Weitere klinische Studien sind notwendig, um diesen vorläufigen Befund zu validieren [147].

Tier- und Zellforschung (Mangel an Evidenz)

Es gibt keine klinische Evidenz, die die positive Anwendung von Ginkgo biloba bei einer in diesem Abschnitt aufgeführten Erkrankung unterstützt. Im Folgenden wird eine Zusammenfassung der vorhandenen tier- und zellbasierten Forschung gegeben, die als Leitfaden für weitere Untersuchungen dienen sollte. Die Studienergebnisse sollten jedoch nicht als hinreichende Bestätigung für einen gesundheitlichen Nutzen interpretiert werden.

Infektionen

Im Reagenzglas hemmten Extrakte von Ginkgo biloba potenziell Bakterien, die Lebensmittelvergiftungen (Escherichia coli) und antibiotikaresistente Infektionen (Vancomycin-resistente Enterokokken) verursachen können [148149]:

Sowohl der Ginkgoextrakt als auch sein Ginkgol wirkten als Biofilm-Inhibitoren gegen E. coli, Staphylococcus aureus sowie Salmonellen- und Listerien-Isolate aus Hühnern, was darauf hindeutet, dass sie das Potenzial haben, Krankenhausinfektionen zu verhindern und die Qualität und Sicherheit der Geflügelprodukte zu erhalten [150151].

Der Ginkgoblätterextrakt hemmte ebenfalls gängige Grippeviren (Influenza A und B) [152].

Beachten Sie jedoch, dass es sich hierbei um sehr vorläufige Ergebnisse handelt, die noch nicht am Menschen getestet oder etwa bei Tieren repliziert wurden. Weitere Studien sind notwendig, um festzustellen, ob Ginkgo biloba bei der Behandlung von Infektionen, die durch diese Mikroben verursacht werden, von Nutzen sein kann.

Leberfunktion

Bei Ratten mit einer nichtalkoholischen Lebererkrankung reduzierte der Ginkgoextrakt den antioxidativen Schaden und die Vernarbung des Lebergewebes. In ähnlicher Weise minimierte er die oxidativen Schäden an den Rattenlebern, die eine toxische Verbindung (Tetrachlorkohlenstoff) erhielten [153154].

In einer Studie an Mäusen wurde jedoch festgestellt, dass extrem hohe Dosen das Auftreten von Leberkrebs erhöhten [155].

Synergieen, Nebenwirkungen und Dosierung

Die langfristige Nahrungsergänzung von n-3 mehrfach ungesättigten Fettsäuren (n-3 PUFA), Lycopin und dem Extrakt des Ginkgo biloba verbesserte die kognitive Funktion in einer klinischen Studie an 41 älteren Menschen [156].

Mäuse, die mit Ginkgo und Ticlopidin behandelt wurden, zeigten eine bessere Erholung nach einer akuten Thrombose [157].

Ginkgo biloba und Codonopsis pilosula verstärkten die kognitive Funktion und die allgemeine Gesundheit von 60 Personen im Alter von 21-60 Jahren [158].

Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Die folgende Auflistung deckt nicht alle möglichen Nebenwirkungen ab. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie weitere Nebenwirkungen bemerken.

Befragen Sie Ihren Arzt, um medizinischen Rat über eventuelle Nebenwirkungen zu erhalten.

Obwohl das Präparat im Allgemeinen als sicher gilt, kann es zu Magenverstimmungen, Kopfschmerzen, Verstopfung, Schwindel und allergischen Reaktionen führen [159].

Eine spontane intrazerebrale Blutung trat bei einem 56-jährigen Mann auf, der außer der Einnahme des Ginkgoblätterextrakts (40 mg, dreimal pro Tag über 18 Monate) keine ungewöhnliche Medikamenteneinnahme oder medizinische Vorgeschichte hatte [160].

Ginkgo-Nüsse enthalten ein potentes Neurotoxin (4-O-Methoxypyridoxin), das indirekt das Enzym Glutamat-Decarboxylase hemmt. Die daraus resultierende Verringerung des Spiegels des Neurotransmitters GABA erhöht die Wahrscheinlichkeit von Krampfanfällen [161, 162].

Es wurde berichtet, dass Ginkgo biloba spontane Blutungen verursachen und mit Blutverdünnern interagieren kann. Ein Fall von Blutungen nach einer Laparoskopie bei einem Patienten, der Ginkgo einnahm, wurde bekannt [163, 164, 165].

Aufgrund fehlender Sicherheitsstudien sollten schwangere oder stillende Frauen Nahrungsergänzungsmittel aus Ginkgo biloba meiden.

Frische Ginkgosamen sollten nicht verzehrt werden, da sie giftig und potenziell tödlich sind [166].

Dosierung

Da der Ginkgoextrakt von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA als Medikation für keine Erkrankung offiziell zugelassen ist, gibt es keine empfohlene Dosis. Anwender und Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln haben inoffizielle Dosen basierend auf dem Status einer Empfehlung festgelegt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Ginkgo biloba in Ihrem Fall als Ergänzung sinnvoll sein könnte und welche Dosis Sie einnehmen sollten.

Eine tägliche Dosis zwischen 120 mg und 600 mg verbesserte in mäßigem Umfang eine Reihe an kognitiven Funktionen bei gesunden Personen [167].

Eine Meta-Analyse zeigte, dass eine Dosierung von 240 mg notwendig sein könnte, um klinisch relevante Effekte bei Menschen mit Demenz zu erzielen [168].

Nach meinem Masterstudium an der Universität Austin in Texas in Pharmakologie habe ich für einige Jahre in der Entwicklungsabteilung bei einem großen US Pharmaunternehmen gearbeitet. Danach zog es mich dann wieder an die Uni von Michigan um mit einem Doctor of Pharmacy meine akademische Laufbahn vorerst abzuschließen. Danach war ich für 3 Jahre Teamleitung in einem US Biotech Unternehmen. Seit nun 2 Jahren widme ich mich ausschließlich dem Schreiben von wissenschaftlichen Beiträgen.

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